{"id":107,"date":"2020-12-07T16:37:34","date_gmt":"2020-12-07T16:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/beat.sitter-liver.ch\/wordpress\/?p=107"},"modified":"2020-12-07T16:37:35","modified_gmt":"2020-12-07T16:37:35","slug":"universale-moralische-prinzipien-und-normen-ein-naiver-traum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/beat.sitter-liver.ch\/index.php\/2020\/12\/07\/universale-moralische-prinzipien-und-normen-ein-naiver-traum\/","title":{"rendered":"Universale moralische Prinzipien und Normen &#8211; ein naiver Traum?"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>Zusammenfassung<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Verteidigt wird eine dreifache These: Normative moralische Universalien sind unerl\u00e4sslich, soll die Menschheit m\u00f6glichst friedlich fortbestehen; sorgf\u00e4ltige hermeneutische Analyse belegt, dass solche Universalien faktisch bestehen; sie in einem an der formalen Idee des Guten orientierten Prozess stets neu zu festigen, ist wichtigste ethisch-politische Herausforderung in unserer Zeit. Auf eine globale Politik l\u00e4sst sich nicht verzichten; diese muss aber in einem reflektierten Kern-Ethos wurzeln: in Werten, Prinzipien und Haltungen, \u00fcber welche die Menschheit schon lange verf\u00fcgt und die sie faktisch umsetzt, in je geschichtlicher Form. Das belegen Studien wie empirische Untersuchungen. Herangezogen werden u. a. \u2013 neben der Erkl\u00e4rung zum Weltethos \u2013 Arbeiten von Samuel Huntington und Heiner Roetz, dann auch internationale Erkl\u00e4rungen (UNO, UNESCO), die Sammlung &#171;le droit d&#8217;\u00eatre un HOMME&#187; (UNESCO), internationale Vereinbarungen und Kodexe der Zivilgesellschaft. Als Illustration der zuletzt genannten Kategorie dienen abschliessend die Internationalen ethischen Richtlinien f\u00fcr biomedizinische Forschung am Menschen (CIOMS Guidelines).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wer unter den aktuellen Bedingungen menschlichen Daseins in der Welt nach der M\u00f6glichkeit und nach Funktionen moralischer und ethischer Universalien fragt, besch\u00e4ftigt sich immer auch mit einem Kernaspekt der interkulturellen Philosophie. Deren Ziele sind auch die Ziele des Fragens nach jenen Universalien. Das wichtigste Ziel interkultureller Philosophie ist &#171;eine gewaltfreie interkulturelle Verst\u00e4ndigung&#187;. Am ehesten l\u00e4sst es sich anhand qualitativ hochstehender Argumentation erreichen. Diese &#171;ist auch das beste Mittel, um den rassistischen, \u2026 politischen&#187; und weiteren &#171;Instrumentalisierungen des Kulturellen zu begegnen, die solch einer Verst\u00e4ndigung in gef\u00e4hrlicher Weise entgegen wirken&#187; (Paul 2007, 11).<\/p>\n\n\n\n<p>In der interkulturellen Philosophie, damit in der gemeinsamen und selbstkritischen Suche nach moralischen Universalien geht es darum, &#171;eine die ganze Menschheit einschliessende und der Menschlichkeit verpflichtete Kultur&#187; zu schaffen, welche &#171;die berechtigten Besonderheiten der einzelnen&#187; lokalen, regionalen und auch weiter ausgreifenden Kulturen wahrt (ebd. 27).<\/p>\n\n\n\n<p>Um weltweite Verst\u00e4ndigung im Lichte der Humanit\u00e4t, um Toleranz und Weltfrieden also geht es, wenn wir uns mit der M\u00f6glichkeit normativer Universalien befassen. Das mag zu anspruchsvoll klingen, skeptischer Distanz rufen und besonnene Pragmatik einfordern. Doch gilt es zu bedenken, dass genau diese Ziele unausgesetzt verfolgt und so weit wie m\u00f6glich erreicht werden m\u00fcssen, wenn denn die Menschheit \u00fcberleben soll<sup><a href=\"#1\">1<\/a><\/sup>; dass dabei der Blick allein auf die Menschenwelt kurzatmig, weil einer unvollst\u00e4ndigen Anthropologie verhaftet, bleibt. Denn die Menschen sind immer Teil dessen, was Ram Adhar Mall, beispielhaft, &#171;das grosse Ganze&#187; bzw. &#171;die grosse Natur&#187; nennt (2000, 2-5). Der Streit um die M\u00f6glichkeit normativer Universalit\u00e4t<sup><a href=\"#2\">2<\/a><\/sup> wurzelt daher in partieller Blindheit. Die Menschen sind ja doch eingebettet in ein allumgreifendes, letztlich unfassbares Ganzes. Es liefert die Voraussetzungen daf\u00fcr, das, was wir als grunds\u00e4tzliche Differenz ansprechen, dennoch als \u00fcberwindbar zu denken und so in konkreter Praxis zu erleben. Damit werden weder besondere historische Entwicklungen noch spezifische Traditionen ausgeschlossen, wohl hingegen die M\u00f6glichkeit ihrer Zusammenf\u00fchrung gedacht. Gesetzt, wir konstruieren eine ad\u00e4quate Kosmologie und die ihr entsprechende Anthropologie, und dies in einem allgemeinen diskursiven Prozess, dann kann es geschehen, dass wir zu universell g\u00fcltigen Einsichten gelangen und, im Felde normativer Regulierungen, zu immer schon geteilten fundamentalen Werten und Prinzipien.<sup><a href=\"#3\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Eine dreifache These<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Frage, ob denn \u00fcberhaupt eine Chance bestehe, universale normative Regeln zu finden bzw. zu konstruieren, n\u00e4hrt eine wissenschaftliche Debatte, die seit l\u00e4ngerer Zeit Aufmerksamkeit in Gesellschaft und Politik gefunden hat und sich mit globaler Besorgnis verbindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Verbreitet ist die Erfahrung, wie reich an Gestalten und wie vielstimmig sich unsere Gemeinschaften, Nationen, Regionen, die Menschheit \u00fcberhaupt pr\u00e4sentieren. Wir freuen uns des Reichtums und der Sch\u00f6nheit dieser Vielfalt, werden aber auch von Furcht und Schrecken erfasst, die sie durchdringen. Die Angst scheint sich der M\u00f6glichkeit universell geteilter Werte und Prinzipien entgegenzusetzen und jede Aussicht darauf zu zerst\u00f6ren, eine globale Gemeinschaft zu verwirklichen, die Krieg durch Recht, Fairness, Toleranz und Solidarit\u00e4t zu ersetzen w\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Es fehlt indessen nicht an guten Gr\u00fcnden, diese ver\u00e4ngstigte Sicht abzuweisen. Einige seien im Folgenden erl\u00e4utert, um damit die folgende dreifache These zu verteidigen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Menschheit, wie wir sie zu kennen meinen, kommt nicht darum herum, normative Universalien zu konstruieren und praktisch zu honorieren, jedenfalls so lange nicht, als weltweit \u00dcbereinstimmung herrscht dar\u00fcber, dass diese Menschheit als ganze fortbestehen und sich in bestm\u00f6glichem Frieden entfalten soll.<\/li><li>Eine sorgf\u00e4ltige hermeneutische Analyse der vielfachen Kulturen in Geschichte und Gegenwart l\u00e4sst erkennen, dass derartige Universalien seit langer Zeit Anerkennung finden. Belege liefert schon ein kurzer Blick auf zeitgen\u00f6ssische internationale Dokumente mit ihrer jeweiligen ethischen Begr\u00fcndung.<sup><a href=\"#4\">4<\/a><\/sup> Sie machen deutlich, dass in der Tat Wege begangen werden, um aus abstrakten Prinzipien konkrete und praktisch umsetzbare Normen zu gewinnen.<\/li><li>Die wichtigste Herausforderung liegt darin, einmal gutgeheissene universelle Werte und Prinzipien \u00fcberzeugend (durch Erziehung und Bildung), konkret (durch Experten, Umfragen bzw. Abstimmungen) und wirksam (in der Politik, aber auch durch ausserstaatliche Organisationen) werden zu lassen. Dies in einem permanenten Prozess, der durch Wahrhaftigkeit und durch die formale Idee des Guten gepr\u00e4gt wird.<sup><a href=\"#5\">5<\/a><\/sup><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Dass die Argumente, die zur Verteidigung dieser These vorgebracht werden, besonders originell seien, wird nicht behauptet, wohl jedoch dass das Vorgetragene hilfreich ist, wenn es darum geht, die angesprochene Debatte anhand der Bereitstellung empirischer Befunde zu kl\u00e4ren und schliesslich beizulegen. Das Gebot der Aufrichtigkeit n\u00f6tigt allerdings dazu, auch die Schwierigkeiten zu benennen, die auftreten, wenn wir uns bem\u00fchen, praktisch werden zu lassen, was wir aus der Theorie zu wissen meinen. Erst wenn wir auch diese Aufgabe bew\u00e4ltigen, gelingt es, ethisch Einsichtiges zu wirkungsvollen Motiven unseres Handelns werden zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Warum \u00fcberhaupt nach normativen Universalien in Ethik und Politik suchen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Lesen wir die Einf\u00fchrung und dann den Anfang des ersten Kapitels der Erkl\u00e4rung zum Weltethos, welche das Parlament der Weltreligionen am 4. September 1993 in Chicago verabschiedete<sup><a href=\"#6\">6<\/a><\/sup>, wirkt die Feststellung , wir verf\u00fcgten bereits \u00fcber universal verbindende Werte, unverr\u00fcckbare Massst\u00e4be und moralische Grundhaltungen trivial (Erkl\u00e4rung 1993, 4). Warum sollte es denn noch n\u00f6tig sein, f\u00fcr solche Universalien zu argumentieren? Die Frage l\u00e4sst sich unschwer beantworten. Kritische Einwendungen schon nur gegen die blosse Idee normativer Universalien finden sich weit verbreitet. Der Begriff universaler Werte gilt als unbrauchbar, als gel\u00e4ufig vielleicht in westlichen Kulturen, als unwichtig dagegen etwa in ostasiatischen Gefilden. Was westliche Staaten als zentrale Werte verk\u00fcnden: &#171;Individualismus, Liberalismus, Konstitutionalismus, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, freie M\u00e4rkte, die Trennung von Staat und Kirche, erzeugt oft [\u2026] kaum Resonanz in islamischen, konfuzianischen, japanischen, hinduistischen, buddhistischen oder orthodoxen Kulturen [\u2026] Die Vorstellung, es k\u00f6nnte eine universale Kultur geben, ist eine westliche Konstruktion. Sie steht im Widerstreit mit Str\u00f6mungen in asiatischen Gemeinschaften, die gerade dem, was V\u00f6lker von einander unterscheidet, besonderes Gewicht beimessen&#187; (Huntington 1993, 40 f.).<sup><a href=\"#7\">7<\/a><\/sup> Mag diese von Samuel Huntington angebotene Analyse auch als unvollst\u00e4ndig, einseitig oder gar schwammig kritisiert werden<sup><a href=\"#8\">8<\/a><\/sup>, sie st\u00fctzt doch eine andere Art von Kritik, vorgetragen beispielsweise von afrikanischen Kollegen, welche den Missbrauch westlicher Ideen und Werte durch eben jene, die sie propagieren, denunzieren. Oft genug, so lautet ihre Klage, wurden und werden sie als Instrumente der Diskriminierung, Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung verwendet. \u2013 Die Erkl\u00e4rung zum Weltethos und wiederum Samuel Huntington, um bei diesen beiden Quellen zu bleiben, f\u00fchren zahlreiche Beispiele an, in denen Machtgier eben jene Werte und Haltungen erstickt, die uns zu Solidarit\u00e4t, Toleranz, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit, kurz zur Humanit\u00e4t anhalten k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schliessen wir diesen unerfreulichen Passus mit dem Hinweis auf eine aktuelle Erscheinung, die Anlass zur Sorge gibt. Gemeint ist hier nur das sattsam bekannte Eifern privater wie \u00f6ffentlicher Institutionen nach einer f\u00fchrenden Position im weltweiten wirtschaftlichen Wettbewerb. Wird dieses \u2013 in Grenzen gewiss vertretbare \u2013 Eifern zum ersten und alleinigen Ziel politischer Gemeinschaften und wirtschaftlicher Unternehmungen, dann zerm\u00fcrbt es moralisch gerichtetes Denken und Handeln und l\u00e4sst ethisches Engagement als Abfall verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist also die Idee universal verpflichtender moralischer Prinzipien nicht einfach ein kindischer Traum oder schlicht absurd? Nicht, wenn wir diese Frage mit guten Gr\u00fcnden verneinen. Dann wird die Idee zum notwendigen Konzept. Das zuletzt angesprochene Beispiel verdeutlicht, warum sie zu den dringlichen Herausforderungen der Menschheit geh\u00f6rt. Und ein weiterer, in der Tat universell zug\u00e4nglicher Grund daf\u00fcr, normative Universalien als dringend zu betrachten, sie in privaten wie in politischen Aktivit\u00e4ten auf allen Ebenen und weltweit wirksam zu machen, findet sich unschwer. Erinnern wir uns \u2013 trotz dem j\u00fcngst entstandenen Aufruhr um einen Datendiebstahl im Zusammenahng mit dem britischen Klimaforschungs-Institut &#171;Climate Research Unit (CRU)<sup><a href=\"#9\">9<\/a><\/sup> &#8211; an den vor kurzem aufgelegten Vierten Synthese-Bericht von IPCC, dem &#171;Intergovernmental Panel on Climate Change&#187;.<sup><a href=\"#10\">10<\/a><\/sup> Was dort bezogen auf den Klimawechsel an lebensbedrohlichen Gefahren erl\u00e4utert wird, gilt analog f\u00fcr eine beeindruckende Serie weiterer globaler Probleme. Auch sie sind gel\u00e4ufig, etwa Hunger, Wachstum der W\u00fcsten, Krieg um nat\u00fcrliche Ressourcen; die ungerechte \u00f6konomische Weltordnung mit dem selbsts\u00fcchtigen Gebrauch von Macht und Reichtum; dann verbreitete Seuchen und Krankheiten, das unkontrollierte Vordr\u00e4ngen wissenschaftlicher und technischer Entwicklungen, auch angestachelt vom Begehren nach finanzieller Bereicherung; die Verzwergung des Sinns menschlichen Daseins durch dessen wachsende \u00f6konomistische Auslegung. Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen und m\u00fcssen diese Probleme im individuellen Rahmen und auf allen Ebenen sozialer Existenz angegangen werden; doch jegliche Hoffnung auf Erfolg zerschl\u00e4gt sich, werden sie nicht schliesslich durch koh\u00e4rente und kooperative globale Bestrebungen bew\u00e4ltigt. Gute globale Politik l\u00e4sst sich nicht l\u00e4nger ungestraft aufschieben oder gar umgehen. Doch war eben von guter Politik die Rede, wurde so selbsverst\u00e4ndlich wie unausweichlich ein ethischer Terminus verwendet. Der Grund hierf\u00fcr ist einfach: Alle vern\u00fcnftige Politik setzt eine moralische Basis voraus, selbst dann, wenn wir sie als schlechte Politik beurteilen. Politik, die nicht letztlich tief in Ethik wurzelt, das heisst in reflektierten, allgemein akzeptierten Werten, Prinzipien und Haltungen der Gemeinschaft, f\u00fcr die sie entworfen wird, steht auf sumpfigem Grund. Das gilt nicht weniger f\u00fcr globale Politik.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind also angewiesen auf ein globales Kern-Ethos, welchem im Prinzip alle Menschen nachleben. Einger\u00e4umt sei, dass damit eine Vision in Worte gefasst wird, die sich schwerlich voll verwirklichen l\u00e4sst. Indes konfrontiert sie uns mit einem vern\u00fcnftigen Ideal, das uns anh\u00e4lt zu versuchen, was wir verm\u00f6gen, um ihm geschichtliche &#8211; das heisst immer auch vorl\u00e4ufige &#8211; Wirklichkeit zu verschaffen.<sup><a href=\"#11\">11<\/a><\/sup> Wir unterschreiben damit, was das Parlament der Weltreligionen erkl\u00e4rte: &#171;dass es keine bessere Weltordnung geben wird ohne ein Weltethos&#187;.<sup><a href=\"#12\">12<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Dass und wie sich normative Universalien mit Erfolg konstruieren lassen.<\/h3>\n\n\n\n<p>Ob und wie weit das Konzept normativer Universalien sowohl vern\u00fcnftig als auch praktisch sinnvoll ist, l\u00e4sst sich am besten anhand empirischer Untersuchungen ausmachen. Antwort erhalten wir dann, wenn wir auf ein wahrhaft universales System stossen. Mit der Bestimmung &#8249;wahrhaft universal&#8250; soll jeglicher Missbrauch des Anspruchs auf Universalit\u00e4t von Werten und Normen ausgeschlossen werden, der imperialistischen Zielen und der Unterdr\u00fcckung dient.<sup><a href=\"#13\">13<\/a><\/sup> Was damit gemeint ist, hat einmal mehr der sonst heftig kritisierte Samuel Huntington auf den Punkt gebracht, ex negativo freilich. Er erinnert daran, dass Staaten der westlichen Welt , &#171;wenn sie ihre Werte wie Demokratie und Liberalismus als universale Werte propagieren&#187;, darauf abzielen, &#171;ihre milit\u00e4rische Vorherrschaft zu festigen und ihre wirtschaftlichen Interessen zu f\u00f6rdern&#187; (1993, 29). Er legt den Finger auf den misslichen Umstand, dass<br>&#171;Entscheide im Sicherheitsrat der UNO oder im Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IMF), die ganz offensichtlich westlichen Interessen dienen, der internationalen \u00d6ffentlichkeit so pr\u00e4sentiert werden, als reflektierten sie W\u00fcnsche der Weltgemeinschaft&#187;. Ein Trugbild von Universalit\u00e4t wird so der Welt als generell hilfreiche Massnahme aufgeredet. Huntington formuliert alles andere als schwammig, wenn er kritisiert, der &#171;Ausdruck &#8249;Weltgemeinschaft&#8250; sei zur euphemistischen Norm verkommen \u2026, um Handlungen, welche [in Tat und Wahrheit] die Interessen der USA und anderer westlicher M\u00e4chte spiegeln, globale Legitimation zu verschaffen&#187; (1993, 39). \u2013 Diese Aussagen bleiben hier ohne Kommentar. Sie dienen allein dazu, durch Kontrastierung zu verdeutlichen, was gemeint ist, wenn hier von universaler Rechtfertigung moralischer Werte und normativer Prinzipien gesprochen wird. Wirklich und g\u00fcltig werden diese erst dadurch, dass sie, im Prinzip, von allen Menschen gutgeheissen werden, nachdem diese die Auswirkungen einer generellen Beachtung solcher Werte und Prinzipien im Lichte ihrer eigenen Interessen \u00fcberpr\u00fcft und dann f\u00fcr sich akzeptiert haben. Der Grundsatz der Universalisierung und seine f\u00fcr &#171;die Diskursethik selbst&#187; gewonnene &#171;sparsame&#187; Form, die J\u00fcrgen Habermas in seinen &#171;Notizen zu einem Begr\u00fcndungsprogramm&#187; erl\u00e4utert, werden hier also \u00fcbernommen (1983, bes. 103).<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrhaft universale Systeme existieren in der Tat, und sie werden in entsprechender Praxis honoriert. Als erster Beleg diene uns der wiederholte Blick auf die Erkl\u00e4rung zum Weltethos. Offen als Text von &#171;Frauen und M\u00e4nner[n], welche sich zu den Geboten und Praktiken der Religionen der Welt bekennen&#187;, deklariert (1993, 2, 4), will die Erkl\u00e4rung sinnvoll und akzeptabel f\u00fcr alle Menschen sein, ob diese nun religi\u00f6s gebunden sind oder nicht. An die 6500 Teilnehmende aus aller Welt, 125 religi\u00f6se Traditionen repr\u00e4sentierend, waren eingebunden in einen globalen Prozess, der schliesslich in so etwas wie eine Magna Charta m\u00fcndete. Seinen Boden gewinnt er im empirisch erh\u00e4rteten Faktum, wonach die religi\u00f6sen Traditionen der Welt einen gemeinsamen moralischen Schatz bergen, der nun den Namen &#8249;Weltethos&#8250; erh\u00e4lt. Diesen Schatz hob das Parlament der Weltreligionen und verlieh ihm ausdr\u00fccklich universale Wirklichkeit und Wirkung, indem es die folgenden f\u00fcnf Grunds\u00e4tze samt den zugeh\u00f6rigen Erl\u00e4uterungen einvernehmlich verankerte: 1. Eine Grundforderung: Humanit\u00e4t. Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden. &#8211; 2. Vier unverr\u00fcckbare Weisungen: a. Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben. &#8211; b. Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarit\u00e4t und eine gerechte Wirtschaftsordnung. \u2013 c. Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit. \u2013 d. Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau. (1993, 5 \u2013 14). &#8211; In ihren Erl\u00e4uterungen zu den f\u00fcnf Punkten greift die Erkl\u00e4rung viel Wichtiges auf. Was in unserem Zusammenhang besonders z\u00e4hlt, ist die Tatsache, dass der vollst\u00e4ndige Text durch eine interdisziplin\u00e4re und, noch wichtiger, weltweite interkulturelle Gemeinschaft gutgeheissen und zur Gewissensverpflichtung erhoben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem n\u00e4chsten Schritt wenden wir uns nochmals Samuel Huntington zu. Er gilt bekanntlich als Vater der These vom &#171;Kampf der Kulturen&#187;<sup><a href=\"#14\">14<\/a><\/sup>, von einem Widerstreit, der globale Politik k\u00fcnftig pr\u00e4gen wird. Weil Missverst\u00e4ndnisse m\u00f6glich sind, sei betont, dass Huntington in seinem Aufsatz keineswegs kulturelle Unterschiede als alleinige Quelle f\u00fcr Konflikte betrachtet (1993, 22); noch auch behauptet er, &#171;dass kulturelle Identit\u00e4ten alle anderen Identit\u00e4ten ersetzen&#187;. Nirgends tritt er f\u00fcr die &#171;W\u00fcnschbarkeit von Konflikten zwischen Kulturen&#187; ein (ebd., 48). Was Kritiker nicht selten \u00fcbersahen, ist das Faktum, dass der Titel seines Aufsatzes mit einem Fragezeichen endet; was ihn letztlich bewegt, ist weniger eine These als eine \u2013 zwar thesengest\u00fctzte \u2013 Frage (Huntington 2002, 13\u201315). Genau das verbindet nun seinen Artikel mit dem, was uns hier besch\u00e4ftigt. Zum Schluss seines Textes diskutiert er, was der Westen unternehmen m\u00fcsste, sollte seine, Huntingtons, These zutreffen. Sein Rat in langfristiger Perspektive lautet, der Westen m\u00f6ge ein &#171;tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die grundlegenden religi\u00f6sen und philosophischen Annahmen anderer Kulturen&#187; entwickeln, ein Verst\u00e4ndnis auch daf\u00fcr, &#171;wie die Angeh\u00f6rigen dieser Kulturen selber ihre Interessen sehen&#187;. Voraussetzung daf\u00fcr ist f\u00fcr Huntington eine eingehende und umfassende hermeneutische Erforschung koexistierender Kulturen. Dies mit dem doppelten Ziel, einmal &#171;Elemente von Gemeinschaft zu identifizieren&#187;, zum andern einen Weg zu finden, auf dem es m\u00f6glich wird, &#171;eine Welt verschiedener Kulturen, die jede f\u00fcr sich lernen muss, mit anderen zu koexistieren&#187;, zu gewinnen (1993, 49). Offensichtlich bewegt ihn in erster Linie das Interesse, Frieden zu schaffen und zu sichern. Folgen wir seinen Darlegungen aufmerksam, f\u00e4llt uns auf, dass die gesuchten &#171;Elemente von Gemeinschaft&#187; Werte und aus diesen entspringende normative Festlegungen einschliessen. Das aber sind nun Errungenschaften der Suche nach interkulturellen normativen und zugleich universalen Elementen. Ersichtlich setzt also gerade Huntingtons Theorie \u00fcber das Zusammenstossen von Kulturen, wird sie zureichend verstanden, die Universalit\u00e4t moralischer Richtlinien voraus.<sup><a href=\"#15\">15<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Suchen wir das Wesentliche fremder Kulturen zu erfassen, m\u00fcssen wir uns, es sei wiederholt, unweigerlich auf einen anspruchsvollen hermeneutischen Prozess einlassen. Das mag f\u00fcr jene, die mit hermeneutischen Untersuchungen vertraut sind, trivial klingen. Es gewinnt jedoch ein eigenes Gewicht, lassen wir uns auf ein Argument ein, das wir Heiner Roetz, einem Experten unter anderem f\u00fcr chinesische Ethik und Kultur sowie f\u00fcr Menschenrechte, verdanken. In einer Studie zur Frage, ob kultureller Pluralismus einen material-ethischen Konsens verunm\u00f6gliche, demonstriert er, wie irrig ein essentialistisches Verst\u00e4ndnis von Kultur ist.<sup><a href=\"#16\">16<\/a><\/sup> Kultur ist kein ein f\u00fcr allemal fixierter Sachverhalt. Sie gestaltet sich als geschichtlicher und fortlaufender Prozess, den vielerlei Quellen speisen: als ein komplexes dynamisches Ph\u00e4nomen mit mannigfaltigen, nicht notwendig koh\u00e4renten Eigenschaften, mit voneinander abweichenden Meinungen und \u00dcberzeugungen, ja mit Widerspr\u00fcchen. Kulturelle Erscheinungen sind von unbestimmter Dauer und Nachhaltigkeit; sie sind das &#8211; zuweilen augenblickliche &#8211; Ergebnis mancher Einfl\u00fcsse, offen f\u00fcr Lernprozesse und Ver\u00e4nderung.<sup><a href=\"#17\">17<\/a><\/sup> Um ihnen gerecht zu werden, bedarf es langwieriger und geduldiger Untersuchungen. Dann mag es gelingen, ihnen in ausreichender, kaum jedoch in umfassender und gar perfekter Weise zu entsprechen. Solange dieser hermeneutischen Hefausforderung nicht Gen\u00fcge getan wird, bleiben Begriffe wie &#8249;Tradition&#8250; und &#8249;Kultur&#8250; f\u00fcr Missbrauch offene und genutzte Halbwahrheiten (so Roetz 2004b, 222). Das trifft nicht nur auf die Erforschung fremder, sondern auch der je eigenen Kultur zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn hier auf den geschichtlichen und prozesshaften Charakter von Kulturen Gewicht gelegt wird, so nicht um zu implizieren, es gebe keine relativ stabilen und permanenten Elemente, welche die Dynamik begleiten. Das Suchen nach einer globalen Ethik auf dem Wege hermeneutischer Forschung bliebe hoffnungslos, w\u00e4re eine derartige Implikation intendiert und \u00fcberdies korrekt. Die Erkl\u00e4rung zum Weltethos lehrt uns, dass wir uns hier keine Sorgen zu machen brauchen. Wenn die Unterzeichnenden dem Dokument zustimmten, dann unter ausdr\u00fccklichem Bezug auf ihre Traditionen, also auf jedenfalls relative Permanenz. Es fehlt aber auch nicht an anderen, nun s\u00e4kularen Zeugen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass zumindest die Grundlagen einer humanen Moral \u00fcberall und von alters her Bestand haben.<sup><a href=\"#18\">18<\/a><\/sup> Eindrucksvoll illustriert dies eine Sammlung von Quellen, vorgelegt von der UNESCO zur Feier des 20. Geburtstags der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen (vom 10. Dezember 1948). Die Sammlung reicht weit in die Geschichte der Menschheit zur\u00fcck; sie weist Gemeinsamkeiten nach, die sich \u00fcberall in der Kulturwelt finden. Ihr Titel spricht f\u00fcr sich; sie ist dem &#171;Recht, ein Mensch zu sein&#187;, gewidmet (UNESCO, 1968). Ihre Daten st\u00fctzen die Aussage, dass stabile und permanente universale Werte und Prinzipien auf der grunds\u00e4tzlichen Ebene mit normativen Ver\u00e4nderungen auf der mehr konkreten Stufe in der Geschichte der Menschen einhergehen. Die stabilen Elemente vermitteln nachhaltige moralische Orientierung und setzen das ethische Ziel, das anzustreben ist, dieweil die Erfahrung von Ver\u00e4nderung uns lehrt, &#171;dass stets alles wieder zu erfinden und zu tun bleibt&#187; (Maheu 1969).<\/p>\n\n\n\n<p>Heiner Roetz illustriert diesen Zusammenhang anhand der Diskussion zweier umstrittener Themen aus der Bioethik: die Verwendung menschlicher Embryonen und das reproduktive Klonen von Menschen. Unter anderem schildert er die Position von Lee Shui-chuen, Philosoph und herausragender chinesischer Bioethiker, der seine Argumente explizit auf neukonfuzianisches Denken abst\u00fctzt (2004, 223-227). Lee begr\u00fcsst Biotechnologie als Mittel zur Korrektur von M\u00e4ngeln der Natur. Aus seiner Sicht \u00f6ffnet sie dem Menschen als freiem Mitsch\u00f6pfer des Universums die Tore, um mit der Natur nach Belieben zu verfahren, ohne weitere Verpflichtung. Lee geht davon aus, dass Menschenwesen als solche nicht existieren, bevor sie eine l\u00e4ngere Entwicklung durchlaufen haben. Erst im Gefolge dieser Entwicklung werden sie Mitglieder der moralischen Gemeinschaft. Zygoten und Blastozysten z\u00e4hlen noch nicht dazu, also l\u00e4sst sich mit ihnen nach Wunsch umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft wird recht generalisierend behauptet, das chinesische Menschenbild zeitige f\u00fcr chinesische Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie erhebliche Vorteile im globalen biotechnologischen und biomedizinischen Wettbewerb. Durch ein umsichtiges Argument weist Roetz nun nach, dass Lees Menschenbild sowie die daraus hergeleiteten ethischen Positionen wichtige L\u00fccken aufweisen. Gerade auch im Konfuzianismus \u2013 Roetz bezieht sich f\u00fcr den Nachweis auf Menzi, einen konfuzianischen Denker aus dem vierten und dritten Jahrhundert v. Chr. (372 \u2013 281 v. Chr.) \u2013 sind unterschiedliche, ja widerspr\u00fcchliche Konzepte pr\u00e4sent (2004b, 226). Mit diesen Informationen ausger\u00fcstet, gelangen wir zu folgenden Einsichten:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Ein Argument, das sich auf kulturelle Differenzen bezieht, h\u00e4lt nur dann stand, wenn es sich auf umfassende und gr\u00fcndliche Kenntnisse der herangezogenen Kulturen st\u00fctzt.<\/li><li>Der Umstand, dass Kulturen als tempor\u00e4re Errungenschaften eines komplexen, sich in Zeit und Raum erstreckenden Prozesses aufzufassen sind<sup><a href=\"#19\">19<\/a><\/sup>, gibt Anlass zur Hoffung, in ihrer historischen Erscheinung wie in ihrer aktuellen Gestalt auf Werte und Prinzipien zu treffen, die zur Grundlage universaler Ethik werden k\u00f6nnen.<\/li><li>Was wir brauchen und nicht vernachl\u00e4ssigen d\u00fcrfen \u2013 weder im intra- noch im interkulturellen Forschen nach gemeinsamen und schliesslich globalen Werten und Prinzipien &#8211; ist das, was Heiner Roetz ein &#171;kulturhermeneutisch-ethisches joint venture&#187; nennt (2004b, 221).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wir betreten damit das Gebiet der besonderen Kompetenz, freilich auch einer spezifischen Pflicht der Geisteswissenschaften, darunter Geschichte und Systematik der Philosophie, mit ethischer Reflexion als einem ihrer Schwergewichte. Sie liefern uns die Instrumente, mit denen wir ausfindig machen, in welchen Feldern und mit welcher Reichweite sich universale normative Elemente vern\u00fcnftigerweise entdecken, konstruieren und konsolidieren lassen. Die verschiedenen Aufgaben n\u00e4her zu betrachten, die den Geistes- und \u00fcberhaupt den Kulturwissenschaften im hier angesprochenen Gebiet zufallen, ist hier nicht der Ort<sup><a href=\"#20\">20<\/a><\/sup>; auf drei Aspekte sei immerhin kurz hingewiesen: <\/p>\n\n\n\n<ol><li>Im Blick auf das bisher Ausgef\u00fchrte d\u00fcrfte klar sein, dass den Kulturwissenschaften die Pflicht obliegt, globale Kommunikation und wechselseitiges Verstehen zu f\u00f6rdern mit dem Ziel, globaler Ethik den Boden zu bereiten und so f\u00fcr die Bem\u00fchungen um weltweiten Frieden Raum zu schaffen. \u2013 <\/li><li>Dazu geh\u00f6rt die Aufgabe, faktische Politik zu analysieren und kritisch darauf hin zu untersuchen, wie weit sie tats\u00e4chlich dazu beitr\u00e4gt, Frieden in die Welt zu bringen. &#8211; <\/li><li>Vor allem aber sollen sie politische Verlautbarungen untersuchen und mit faktisch betriebener Politik vergleichen, um so herauszufinden und \u00f6ffentlich zu machen, wie weit die jeweilige Praxis koh\u00e4rent oder aber in pragmatische Widerspr\u00fcche verstrickt ist. Diese ihre Pflicht zielt darauf ab, Wahrhaftigkeit zu f\u00f6rdern und f\u00fcr Wahrheit zu arbeiten, also einer universalen Haltung und einem universalen Wert zu dienen, um so Vertrauen und Frieden zu sichern.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Zwei weiteren Herausforderungen m\u00fcssen sich die mit diesen Wissenschaften Befassten stellen. Die erste trifft jene, welche die auf Kulturen ausgerichtete Hermeneutik pflegen. Entschieden sollten sie sich der Suche nach universalen Werten, Prinzipien und Grundhaltungen zuwenden. &#8211; Die zweite richtet sich an jene, die f\u00fcr die Wissenschaftspolitik Verantwortung tragen. Sie sollten einen optimalen rechtlichen, finanziellen und institutionellen Rahmen schaffen f\u00fcr Erziehung und Bildung, f\u00fcr Forschen, Lehren und Lernen, f\u00fcr unparteiische Information und Kommunikation in der breiten \u00d6ffentlichkeit. F\u00fcr die Beh\u00f6rden im Speziellen impliziert dies die Pflicht, daf\u00fcr zu sorgen, dass aus dieser Kommunikation Entscheide erwachsen, die sich an g\u00fcltig konstruierten globalen Richtlinien f\u00fcr das Zusammenleben humaner Gemeinschaften ausrichten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Ein abschliessendes Beispiel: Die Richtlinien von CIOMS<\/h3>\n\n\n\n<p>Zur Entkr\u00e4ftung der Skepsis, die sich angesichts der Forderung nach normativen Universalien erheben kann, lassen sich, wie dargetan, unschwer Beispiele f\u00fcr Existenz und Wirksamkeit universaler Werte, Prinzipien und Grundhaltungen finden. Man denke zur\u00fcck an die verschiedenen Erkl\u00e4rungen, Pakte und Konventionen aus dem Kreise internationaler Organisationen wie UNO und UNESCO, auch an jene des Europarates. Gew\u00f6hnlich beginnen sie mit einer Pr\u00e4ambel oder Einleitung, welche die mannigfaltigen Quellen nennen, aus denen die Organisationen jene bereits universell anerkannten Werte und Prinzipien sch\u00f6pfen, die ihren Dokumenten zur normativen Grundlage und zugleich als Legitimation dienen. Wir wissen, dass in der Regel Menschenw\u00fcrde an erster Stelle steht, als Leitwert, der alle folgenden Regelungen und Erkl\u00e4rungen pr\u00e4gt. Als abschliessendes Beispiel sei indes nicht ein zwischenstaatliches, sondern ein zivilgesellschaftliches Dokument herangezogen. Dies, weil nicht zu \u00fcbersehen ist, dass &#8211; zumindest in demokratischen und liberalen Gemeinschaften &#8211; moralisch bedeutsame politische Errungenschaften in der Moral und deren ethischer Beurteilung durch die Zivilgesellschaft wurzeln. Ferner illustriert das Beispiel, dass und wie es m\u00f6glich wird, aus allgemeinen und abstrakten Voraussetzungen konkretere Regeln zu gewinnen. Wir vergegenw\u00e4rtigen uns deshalb, wenn auch nur knapp, die Internationalen Richtlinien f\u00fcr biomedizinische Forschung am Menschen, in ihrer j\u00fcngsten Version aus dem Fr\u00fchjahr 2002.<\/p>\n\n\n\n<p>Erarbeitet wurden die Richtlinien vom Rat der internationalen Organisationen der medizinischen Wissenschaft (CIOMS). CIOMS wurde 1949 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNESCO, zwei Spezialorganisationen der UNO, ins Leben gerufen, darf aber dennoch als Spross der Zivilgesellschaft gelten. Der komplexe und langwierige Prozess, in dem die Richtlinien entstanden, 1982 erlassen, 1993 und erneut 2002 revidiert wurden, spricht daf\u00fcr. Er umfasste Konsultationen und Diskussionen in der ganzen Welt, in einem interdisziplin\u00e4ren und plurikulturellen Umfeld, das bewusst f\u00fcr freie Kommentare von Einzelpersonen wie von Organisationen offen gehalten wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wahl der CIOMS-Richtlinien gibt uns \u00fcberdies den Anlass, eine Unterscheidung einzuf\u00fchren, die bislang absichtlich zur\u00fcckgehalten wurde. Wenn wir uns mit dem Problem der Universalit\u00e4t befassen, m\u00fcssen wir zwischen absoluter und relativer Universalit\u00e4t unterscheiden. Absolute Universalit\u00e4t kommt Werten und Prinzipien zu, die sich auf alle Arten menschlichen Handelns beziehen; sie sind unbedingt und ohne Ausnahme g\u00fcltig. Das trifft zu etwa f\u00fcr die praktische Idee der Menschenw\u00fcrde, f\u00fcr die Prinzipien des Nichtsch\u00e4digens, der Gerechtigkeit, der (prim\u00e4ren) Nichtdiskriminierung, der Gleichheit. Relative Universalit\u00e4t hingegen bezieht sich auf Werte, Prinzipien und Normen, die zun\u00e4chst f\u00fcr ein besonderes Handlungsfeld konstruiert wurden. Sie gelten zwar universell, jedoch zun\u00e4chst nur in diesem Feld; ihre Reichweite ist begrenzt. Im Beispiel der Forschung an Menschen trifft das zu f\u00fcr das Prinzip der aufgekl\u00e4rten Einwilligung und f\u00fcr die Norm, wonach niemals das alleinige Interesse der Gesellschaft Vorrang vor den Interessen und dem Wohlergehen des individuellen Forschungs&#187;objekts&#187; geniessen soll, ob es sich dabei nun um einen Patienten oder um einen gesunden Probanden handle.<sup><a href=\"#21\">21<\/a><\/sup>,<sup><a href=\"#22\">22<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Kodex mit relativ-universalen Aussagen muss vertr\u00e4glich sein mit absolut-universalen Elementen. In der Regel werden letztere, wie erw\u00e4hnt, durch eine Aufz\u00e4hlung jener Gesichtspunkte eingef\u00fchrt, die als prim\u00e4re Referenzen gelten und zur Legitimation der sekund\u00e4ren, materialen Inhalte des Kodex dienen. Sie fungieren als kritischer Massstab, welcher die Bewertung der ethischen Korrektheit der einzelnen Artikel erlaubt, auch der Erl\u00e4uterungen, sofern sich solche hierzu finden, was f\u00fcr die CIOMS-Richtlinien zutrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Fassung von 2002 folgt auf die Einleitung ein Abriss der Geschichte der Entwicklung, die vom N\u00fcrnberger Kodex (1947, als Abschluss des sogenannten \u00c4rzte-Prozesses) zu den CIOMS-Richtlinien f\u00fchrte. Der letzte Abschnitt z\u00e4hlt die wichtigsten internationalen Dokumente zu den Menschenrechten auf, um zu betonen, dass sie alle die allgemeinen ethischen Prinzipien st\u00fctzen, welche die CIOMS-Richtlinien tragen. Es folgt die Liste der massgebenden ethischen Prinzipien, die allesamt zum Kernbestand der allgemeinen Ethik z\u00e4hlen. Eine Pr\u00e4ambel mit wichtigen Definitionen schliesst sich an, welche zugleich eine Zusammenfassung der allgemeinen ethischen und wissenschaftlichen Regeln f\u00fcr Forschungen am Menschen bereith\u00e4lt. Erst der n\u00e4chste Schritt f\u00fchrt zu den 21 Richtlinien, in denen der Kerntext anhand einer ausf\u00fchrlichen Diskussion erl\u00e4utert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die allgemeinen ethischen Prinzipien sowie der Weg, \u00fcber den diese in konkreteren Normen ein erstes Mal pr\u00e4zisiert werden, geben ein lehrreiches Beispiel f\u00fcr erfolgreiches globales Streben nach normativen Universalien an die Hand. Es liefert ein starkes Argument f\u00fcr die Abwehr des praktisch kaum relevanten Einspruchs gegen die blosse M\u00f6glichkeit solcher Universalien. Bei den Prinzipien handelt es sich um Errungenschaften der allgemeinen Ethik, die sich, mutatis mutandis, in wohl allen Kulturgemeinschaften finden. Dass Menschenw\u00fcrde als Leitprinzip fungiert, wurde erw\u00e4hnt, im \u00dcbrigen wird auf den Text selber verwiesen. Ein Kommentar, beschr\u00e4nkt auf wenige Aspekte, die im gegenw\u00e4rtigen Kontext von besonderer Bedeutung sind, muss gen\u00fcgen:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einleitung unterstreicht die interkulturelle Ausrichtung der Richtlinien, ihre ausgesprochene Beachtung der Existenzbedingungen und Bed\u00fcrfnisse in wenig beg\u00fcterten L\u00e4ndern (&#171;low-resource countries&#187;). Sie verficht die Meinung, dass wissenschaftliche Forschung, sie selber ein inh\u00e4rent universales Unternehmen, die universal anwendbaren ethischen Standards nicht verletzen d\u00fcrfe, wo sie Menschen zu Objekten macht. Anerkannt wird, dass die Anwendung ethischer Prinzipien, je nach Umst\u00e4nden (CIOMS 2002, 17) und wenn nur oberfl\u00e4chliche Aspekte ber\u00fchrt werden, kulturbedingte Gesichtspunkte beachten soll, so etwa bei den Prinzipien der Autonomie und der aufgekl\u00e4rten Einwilligung (ebd.). Die Richtlinien suchen hier einen klugen Weg, um relative und absolute Universalien in \u00dcbereinstimmung zu bringen. Unterschiedliche soziokulturelle Kontexte erlauben die differenzierte Anwendung von sonst universal verpflichtenden ethischen Standards (ebd., 11).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch thematisiert werden Probleme, mit denen sich die Richtlinien nicht befassen, weil in der Debatte ein Konsens nicht zu erreichen war. Die wichtigsten Punkte sind hier, erstens, der Status von Embryonen und F\u00f6ten, damit verbunden die Kontroverse \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit von Forschung an Embryonen, F\u00f6ten und f\u00f6talem Gewebe; dann auch der Streit dar\u00fcber, welches Risiko man f\u00fcr Leben und Wohlergehen von Embryonen und F\u00f6ten ethisch legitim in Kauf nehmen kann; zweitens, der Einsatz von komparativen Mitteln in Kontrollgruppen, vor allem die Frage, ob sich ethisch vertreten lasse, in den Versuch aufgenommene Patienten bloss mit Placebo zu bedienen; und drittens, die Differenzen in Bezug auf den jeweils erforderlichen Pflegestandard. Hier geht es um die Frage, ob die Forderung ethisch akzeptabel sei, der Pflegestandard m\u00fcsse den besten derzeit bekannten M\u00f6glichkeiten entsprechen, ohne R\u00fccksicht auf die damit verbundenen Kosten, oder ob es moralisch gen\u00fcge, eine g\u00e4ngige kosteng\u00fcnstigere Intervention zu w\u00e4hlen, mit R\u00fccksicht auf das, was schon zur Hand ist und bezahlt werden kann. Die zweite Wahl w\u00fcrde nach sich ziehen, dass weniger beg\u00fcterte L\u00e4nder einen Standard akzeptieren m\u00fcssten, auf den sich beg\u00fcterte L\u00e4nder gew\u00f6hnlich nicht einlassen, weil dort die jeweils verf\u00fcgbare beste Intervention die Regel setzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Klar festzuhalten ist, dass die nicht konsensuell bereinigten strittigen Punkte die allgemeine Zustimmung zu den Leitprinzipien und damit deren Geltung nicht in Frage stellen. F\u00fcr die noch offenen Probleme wird nach L\u00f6sungen gesucht, die je nach Umst\u00e4nden am ehesten angemessen erscheinen. Dem entspricht, dass bereits in der Einleitung deutlich gesagt wird, &#171;die blosse Formulierung ethischer Richtlinien \u2026 werde kaum die moralischen Zweifel beseitigen, die sich im Umfeld zahlreicher Forschungsprojekte einstellen. Doch zumindest k\u00f6nnen die Richtlinien Sponsoren, Forschende und Ethikkommissionen darauf aufmerksam machen, wie n\u00f6tig es ist, die ethischen Implikationen von Forschungsprotokollen und deren Durchf\u00fchrung sorgf\u00e4ltig zu erheben und zu bedenken und damit in der biomedizinischen Forschung einen hohen wissenschaftlichen und ethischen Standard zu f\u00f6rdern&#187; (ebd., 13).<\/p>\n\n\n\n<p>Ermutigend ist die Feststellung, in welch hohem Masse dieser Schluss sich mit jenem deckt, auf den die Erkl\u00e4rung zum Weltethos unsere Aufmerksamkeit schon zehn Jahre zuvor gelenkt hatte. Wir lasen da, dass ein &#171;universaler ethischer Konsens f\u00fcr viele umstrittene Einzelfragen (von der Bio- und Sexualethik \u00fcber die Medien- und Wissenschaftsethik bis zur Wirtschafts- und Staatsethik)&#187; schwierig sei. &#171;Doch im Geist der hier entwickelten gemeinsamen Grunds\u00e4tze sollten sich auch f\u00fcr viele bisher umstrittene Fragen sachgerechte L\u00f6sungen finden lassen&#187;.<sup><a href=\"#23\">23<\/a><\/sup> Was schliesslich z\u00e4hlt, ist das global geteilte Bewusstsein moralischer Verantwortung; ist die allgemeine Bereitschaft, aus der Grundhaltung der Unvoreingenommenheit heraus nach gemeinsamen Werten und Prinzipien zu suchen, ganz allgemein ebenso wie in besonderen T\u00e4tigkeitsfeldern; ist das Bestreben, gemeinsam ethische Richtlinien zu erarbeiten, die es uns allen erlauben, jene Verantwortung wahrzunehmen; ist die Bescheidenheit, zu akzeptieren, dass wir kaum alle normativen Dispute zufrieden stellend beilegen k\u00f6nnen; ist die aus solcher Einstellung erwachsende Offenheit daf\u00fcr, Toleranz zu \u00fcben und mit bleibenden Differenzen in Frieden zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist die gr\u00f6sste Herausforderung benannt, die aus der Idee von Universalit\u00e4t in Ethik und Politik erw\u00e4chst. Sie ruft nach der Tugend, uns von uns selber zu distanzieren, zur\u00fcckzutreten und der Versuchung zu widerstehen, die eigenen Interessen um jeden Preis durchzusetzen. Vielleicht liegt in dieser Forderung der verborgene oder auch verdr\u00e4ngte Grund daf\u00fcr, dass die M\u00f6glichkeit und der Sinn von Universalit\u00e4t in Moral und Ethik bestritten werden. Nach wie vor bed\u00fcrfen wir der Aufkl\u00e4rung, zusammen mit den spezifischen Untersuchungen und Errungenschaften, die uns die hermeneutischen Wissenschaften bieten \u2013 vorausgesetzt, auch diese repektieren das Gebot der Wahrhaftigkeit und folgen dem Ziel der Wahrheit, gegen alle Versuchungen von Ideologie, Gewinn und Macht.<sup><a href=\"#24\">24<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anmerkungen<\/h3>\n\n\n\n<ol><li><a id=\"1\">Vgl. Paul 2007, 28, auf den ich mich hier beziehe. Dass auch eine neue Besinnung auf das richtige und gute Wohnen der Menschen in der extrahumanen Mitwelt und dass eine entsprechende humane Praxis ebenso unabdingbar sind, sei wenigstens erw\u00e4hnt. Diese Aspekte sind indes nicht Gegenstand dieser Arbeit. Reich ist die Literatur, die sich mit ihnen befasst; ich beschr\u00e4nke mich auf die Nennung zweier eigener Texte zur Sache, Sitter-Liver 1999 und 2000, mit Angaben zu weiterf\u00fchrender Literatur.<\/a><\/li><li><a id=\"2\">Unter diesem Ausdruck werden im Folgenden, der Einfachheit halber, Werte, Prinzipien und Normen zusammengefasst.<\/a><\/li><li><a id=\"3\">Vgl. Mall 2000, 1-6, bes. 5 f. auf Seite 5 den zentralen Satz *Eine Philosophie der Natur ist die Vorbedingung f\u00fcr eine Philosophie des Menschen.&#187;<\/a><\/li><li><a id=\"4\">Vgl. z.B. folgende drei Dokumente der UNESCO, die ihrerseits zahlreiche weitere Quellen nennen: Universal Declaration on the Human Genome and Human Rights, 11. November 1997; Universal Declaration on Bioethics and Human Rights, 19. October 2005; Universal Declaration on Cultural Diversity, 2. November 2001.<\/a><\/li><li><a id=\"5\">F\u00fcr eine knappe Orientierung \u00fcber die Theorien des Guten vgl. z. B. Bend, E. J. 1992, Good, Theories of the, in: Laurence C. Becker and Charlotte B. Becker (eds.) 1992: Encyclopedia of Ethics, New York and London, Vol I, 408-412. \u2013 Zur Funktion des Guten als regulative Idee oder praktisches Ideal siehe insbesondere Kant, Kritik der reinen Vernunft, B 372 f., 383 f., 597 f.; angewandt in Sitter-Liver 1992, 1322 f., jetzt auch in 2002, 197 f.<\/a><\/li><li><a id=\"6\">Siehe http:\/\/weltethos.org.<\/a><\/li><li><a id=\"7\">Alle \u00dcbertragungen aus dem Englischen oder Franz\u00f6sischen in diesem Text durch Verf.<\/a><\/li><li><a id=\"8\">F\u00fcr eine knappe Darstellung der Kritik an Samuel Huntington vgl jetzt Simone Dietz 2008, 20 \u2013 26, bes. 20 f.<\/a><\/li><li><a id=\"9\">Zur Sache, insbesondere zur Entlastung von CRU, siehe z. B. die Web-Seite der University of East Anglia, speziell http:\/\/www.uea.ac.uk\/mac\/comm\/media\/press\/CRUstatements\/oxburgh (14.04.2010). &#8211;<\/a><\/li><li><a id=\"10\">http:\/\/www.ipcc.ch\/. &#8211; Forth assessment report, 2007. Englische Zusammenfassung: http:\/\/www.ipcc.ch\/pdf\/assessment-report\/ar4\/wg2\/ar4-wg2-spm.pdf. &#8211; F\u00fcr Zusammenfassungen in deutscher Sprache siehe http:\/\/www.focus.de\/wissen\/wissenschaft\/klima\/ipce_b. &#8211; Informativ auch die Ansprache des Generalsekret\u00e4rs der UNO vor dem IPCC anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentichung des Forth Assessment Synthesis Report, Valencia, Spain, 17.11.2007; http:\/\/www.un.org\/apps\/sg\/sgstatsasp?nid=2869,<\/a><\/li><li><a id=\"11\">Vgl. zur Diskussion der praktischen Unerl\u00e4sslichkeit von Visionen bzw. Idealen und Prinzipien Sitter-Liver 1992. <\/a><\/li><li><a id=\"12\">Erkl\u00e4rung 1993, 6. \u2013 Im originalen deutschen Text steht nicht &#171;bessere&#187;, sondern &#171;neue&#187;. Ich setze das Wort ein, das der \u2013 treffenderen \u2013 englischen Version entspricht, die mit &#171;better&#187; arbeitet. &#8211; Das Kapitel 1 schliesst mit folgender Kl\u00e4rung: &#171;Mit Weltethos meinen wir einen Grundkonsens bez\u00fcglich bestehender verbindender Werte, unverr\u00fcckbarer Massst\u00e4be und pers\u00f6nlicher Grundhaltungen. Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das Chaos oder eine Diktatur, und einzelne [treffender w\u00e4re &#171;zahllose&#187;] Menschen werden verzweifeln.&#187;<\/a><\/li><li><a id=\"13\">Zwei Beispiele f\u00fcr viele; Kanyandago, 2009 und Seelmann-Park 2009.<\/a><\/li><li><a id=\"14\">Der Originaltitel ist besser als die gel\u00e4ufige deutsche \u00dcbersetzung; er spricht von einem Aufeinandertreffen bzw. Konflikt oder Widerstreit von Zivilisationen.<\/a><\/li><li><a id=\"15\">Im Unterschied zu Simone Dietz ziehe ich einen genetischen Zugang vor und erachte die Identifikation von Gemeinsamkeiten als Voraussetzung daf\u00fcr, dass wir uns trotz bestehender moralischer Differenzen mit Erfolg um universale ethische Prinzipien und &#8211; in einem zweiten Schritt &#8211; Normen bem\u00fchen. Der Schritt von konkreten Differenzen mittels Abstraktion zu verbindenden \u00fcbergeordneten Regeln scheint mir verheissungsvoller als der Versuch, bei abstrakten Normen einzusetzen. Allerdings sind beide Wege gleichermassen an die Voraussetzung des moralischen Standpunktes gebunden, an einen existenziellen Ausgangspunkt also.<\/a><\/li><li><a id=\"16\">Eben jenes Verst\u00e4ndnis, das die Kritik auch Samuel Huntington vorrechnet; vgl. Dietz 2007, 22 \u2013 24 .<\/a><\/li><li><a id=\"17\">Vgl. hierzu Trojanow und Hoskot\u00e9 2007, 11 \u2013 30.<\/a><\/li><li><a id=\"18\">Vgl. Lewis 1979, 45 \u2013 50, auch den Annex &#171;Erl\u00e4uterungen zum Tao&#187;, 91 \u2013 103.<\/a><\/li><li><a id=\"19\">&#171;Kulturen sind keine Systeme blosser Selbstbehauptung; unter dem Druck von Herausforderungen k\u00f6nnen sie ihre normativen Ressourcen \u00fcberdenken. Die Debatte um Menschenrechte hat dies, zumindst in Ans\u00e4tzen, gezeigt. Gerade die Ethik hat schon immer nicht nur im Bann der Kultur gestanden, sondern hat ihrerseits neue Kultur gestiftet.&#187; (Roetz 2004a, 42).<\/a><\/li><li><a id=\"20\">Vgl. aber z.B. Sitter-Liver 2002b, 15 &#8211; 98.<\/a><\/li><li><a id=\"21\">Vgl. z. B. UNESCO 2005, Art. 3, Absatz 2; Council of Europe 1997, Kap. 1, Art. 2. <\/a><\/li><li><a id=\"22\"> Das wichtige und hilfreiche Konzept der Prima facie-Pflchten, von W. D. Ross eingef\u00fchrt und in ethischen Reflexionen immer wieder verwendet, kann hier nicht dargestellt und kommentiert werden. Eine knappe und klare Pr\u00e4sentation findet sich bei Beauchamp und Walters 1994, 4. Auflage, 28.<\/a><\/li><li><a id=\"23\">Erkl\u00e4rung 1993, IV. Wandel des Bewusstseins, 14 f.<\/a><\/li><li><a id=\"24\">Hier versammelte Gedanken vorzutragen hatte ich wiederholt Gelegenheit. F\u00fcr Diskussionen, Anregungen und Kritik besonders dankbar bin ich Kollegen der T\u00fcrkischen Akademie der Wissenschaften (Workshop Dezember 2007, Istanbul) sowie zahlreichen Teilnehmern am Jahrestreffen der Hochschule f\u00fcr Politik M\u00fcnchen (April 2008). Wichtig war die Runde eines einw\u00f6chigen Kolloquiums zum Problemkreis der Universalit\u00e4t, das ich 2007 f\u00fcr die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften organisieren und publizieren konnte (2009). Die Fassung des in Istanbul gehaltenen Vortrags ist ver\u00f6ffentlicht: Universality \u2013 An Ethical and Political Challenge, in Emil Kansu (ed.) 2009, Bilim Etigi Sempozyumu 14-15 Aralik 2007. Ankara: T\u00dcBA, 61 \u2013 75.<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>Beauchamp, Tom L. and Walters, LeRoy 1994, Contemporary Issues in Bioethics, Wadsworth Publishing Company: Belmont CA: Fourth Edition.<\/li><li>Bertschinger, Antonia 2008, Kultur als Waffe im Machtkampf. Tibet, China und andere Konflikte: Kulturelle Differenz und Menschenrechte, in: bazkulturmagazin. Kultur- und Freizeitmagazin der Basler Zeitung. Basel, Freitag, 28. M\u00e4rz 2008, 4 \u2013 6. <\/li><li>CIOMS: Vgl. unten International Ethical Guidelines for Biomedical Research Involving Human Subjects 2002.<\/li><li>Council of Europe1997, Convention on Human Rights and Biomedicine, Oviedo<\/li><li>4.IV.1997.<\/li><li>Dietz, Simone 2008, Kampf der Kulturen?, in: Information Philosophie, August 2007, Heft 3, 20 \u2013 26.<\/li><li>Erkl\u00e4rung zum Weltethos 1993, hg. v. Hans K\u00fcng und Klaus-Joachim Kuschel. Piper: M\u00fcnchen und Z\u00fcrich; jetzt auch \u00fcber http:\/\/weltethos.org.<\/li><li>Habermas, J\u00fcrgen 1983: Diskursethik \u2013 Notizen zu einem Begr\u00fcndungsprogramm, in: ders., Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln. Suhrkamp: Frankfurt am Main, 53 \u2013 125.<\/li><li>Huntington, Samuel P. 1993, The Clash of Civilizations?, in: Foreign Affairs, Summer 1993, Volume 72, Number 3.<\/li><li>Huntington, Samuel P. 2002, The Clash of Civiliztrions, And the Remaking of World order. The Free Press: London, Preface.<\/li><li>International Ethical Guidelines for Biomedical Research Involving Human Subjects 2002. Prepared by the Council for International Organizations of Medical Sciences<\/li><li>(CIOMS) in Collaboration with the World Health Organization (WHO), Geneva. \u2013 Vgl. http:\/\/www.cioms.ch\/frame_guidelines_nov_2002.htm (18.04.2010).<\/li><li>International Panel for Climate Change (IPCC), Forth assessment report, 2007. Englische Zusammenfassung: http:\/\/www.ipcc.ch\/pdf\/assessment-<\/li><li>report\/ar4\/wg2\/ar4-wg2-spm.pdf. &#8211; F\u00fcr Zusammenfassungen in deutscher Sprache siehe http:\/\/www.focus.de\/wissen\/wissenschaft\/klima\/ipce_b.<\/li><li>Kant, Immanuel 1966, Kritik der reinen Vernunft, Auflage B (1787) in : Werke in sechs B\u00e4nden, hg. v. Wilhelm Weischedel, Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt, Bd. II.<\/li><li>Kanyandago, Peter 2009, Negative Universality: Anthropological and Ethical Implications for Africa, in Sitter-Liver, Beat (ed.) 2009, 313-353.<\/li><li>Lewis, Clive S. 1979, Die Abschaffung des Menschen, Johannes Verlag: Einsiedeln (Der originale Titel lautet The Abolition of Man, or Reflections on education with special reference to the teaching of English in the upper forms of schools. Oxford University Press: Oxford 1943, sp\u00e4ter Collins, Fount Paperbacks 1978.<\/li><li>Maheu, Ren\u00e9 1968, Pr\u00e9face in : le droit d&#8217;\u00eatre un homme. Recueil de textes pr\u00e9par\u00e9 sous la direction de Jeanne Hersch. UNESCO:Paris. <\/li><li>Mall, Ram Adhar 2000, Mensch und Geschichte. Wider die Anthropozentrik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt.<\/li><li>Paul, Gregor 2007, Einf\u00fchrung in die interkulturelle Philosophie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt.<\/li><li>Roetz, Heiner 2004a, Der Mensch als Mitsch\u00f6pfer. Bioethik und kulturelle Differenzen, in: Neue Z\u00fcrcher Zeitung Nr. 42, 20. Februar 2004, 42.<\/li><li>Roetz, Heiner 2004b, Muss der kulturelle Pluralismus einen substantiellen ethischen Konsens verhindern? Zur Bioethik im Zeitalter der Globalisierung ; in: Baumann, Eva; Brink, Alexander; May, Arnd; Schr\u00f6der, Peter; Schutzeichel, Corinna (Hg.) 2004: Weltanschauliche Offenheit in der Bioethik. Festschrift f\u00fcr Hans-Martin Sass. Duncker und Humblot: Berlin, 11 \u2013 30.<\/li><li>Seelmann-Park, Hoo-Nam 2009, Universal Values or the Tyranny of Values? In: Sitter-Liver, Beat (ed.) 2009, 97-118.<\/li><li>Sitter-Liver, Beat 1992, Macht Klugheit Prinzipien entbehrlich? Zur Aufl\u00f6sung einer falschen Entgegensetzung, in: Deutsche Zeitschrift f\u00fcr Philosophie 40, 1992, Heft 11, 1313 \u2013 1332.<\/li><li>Sitter-Liver, Beat 1999, &#8249;W\u00fcrde der Kreatur&#8250;. Eine Metapher als Ausdruck erkannter Verpflichtung, in: Philosophisches Jahrbuch 106. Jahrgang 1999, 2. Halbband, 465 \u2013 478.<\/li><li>Sitter-Liver, Beat 2000, Tiefen\u00f6kologie: Kontrapunkt im aktuellen Kulturgeschehen, in: Natur und Kultur. Transdisziplin\u00e4re Zeitschrift f\u00fcr \u00f6kologische Nachhaltigkeit 1\/1, 2000, 70 \u2013 88.<\/li><li>Sitter-Liver, Beat 2002a, Der Einspruch der Geisteswissenschaften. Ausgew\u00e4hlte Schriften, hg. v. Rainer J. Schweizer. Universit\u00e4tsverlag Freiburg Schweiz:<\/li><li>Freiburg\/Schweiz.<\/li><li>Sitter-Liver, Beat 2002b, Die Geisteswissenschaften und ihre Bedeutung f\u00fcr unsere Zukunft, in: ders., Der Einspruch der Geisteswissenschaften. Ausgew\u00e4hlte Schriften, hg. v. Rainer J. Schweizer. Universit\u00e4tsverlag Freiburg Schweiz: Freiburg\/Schweiz, 15 &#8211; 98.<\/li><li>Sitter-Liver, Beat (ed.) 2009, Universality: From Theory to Practice, An intercultural and interdisciplinary debate about facts, possibilities, lies and myths, Academic Press Fribourg: Fribourg.<\/li><li>Trojanow, Ilija und Hoskot\u00e9, Ranjit 2007, Kampfabsage \u2013 Kulturen bek\u00e4mpfen sich nicht \u2013 sie fliessen zusammen. Karl Blessing-Verlag \/ Random House GmbH: M\u00fcnchen.<\/li><li>UNESCO 1968, le droit d&#8217;\u00eatre un homme. Recueil de textes pr\u00e9par\u00e9 sous la direction de Jeanne Hersch, Paris. UNESCO: Paris.<\/li><li>UNESCO 2005, Universal Declaration on Bioethics and Human Rights, October 2005. UNESCO: Paris.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>April 2010, 5. 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